Oder die Höhle von Mallorca – zumindest in meinem Zimmer habe ich die mutmaßliche Höhlentemperatur unserer Vorfahren hautnah erleben dürfen: 12 °C ganztags im Zimmer mit einer gewissen Restfeuchte. Da blieb nur die Flucht in den warmen Rauchersalon des Klubs und ein oder zwei Carlos Primero.
Aber der Reihe nach: Der Einstieg in die Bergfahrten-Saison 2010 gestaltete sich hoffnungsfroh. Nach durcharbeiteter Nacht gings in den zweiten morgentlicher Flieger ab Hamburg (6:15 Uhr). Peter behauptete etwas von Rotweingeruch aus meiner Richtung – kann eigentlich nicht sein. Und “uneigentlich” würde mein früherer Deutschlehrer fragen. Nun ja, mag sein.
Einchecken, Flug, heile Ankunft der Räder, Transport zum Club Pollentia, das alles verlief erfreulich. Nach der Montage der Räder gings mit Peter (die anderen lieben Radkollegen trudelten später ein) bei schönem Wetter sofort in den ersten Berg über Kloster Lluc zum Sa Calobra Pass und zurück.
Eine Spezialität des Klubs ist die strikte Eingangskontrolle zur Essenshalle. Da muss die Zimmerkarte mitgebracht und umständlich in einen Scanner eingelesen werden, sonst geht nichts. Der Sinn der Sache erschließt sich mir nicht. Am ersten Abend war das kein Problem, am zweiten schon, weil sich jetzt der Klub langsam füllte. Er hatte erst an unserem Ankunftstag die Saison eröffnet. Auf jeden Fall war die Warteschlange ca. 80 m lang, die Wartezeit lag bei mindestens einer Stunde. Ich wundere mich immer noch, dass die Bude nicht gestürmt und die Kontrollgorillas gegrillt wurden. Aber ein wenig fettig die Burschen, also ungenießbar (sic!).
Ansonsten ist der Klub schon in Ordnung. Sporter anstelle von Rentnern wie im Februaraufenthalt in El Arenal. Essen ist gut. Die strikt verbotene Mitnahme von Essen vom Frühstück kann durch weite Kleidung umgangen werden – und wehe ein Gorilla würde mich anpacken. Die Anlage und die Zimmer sind “eigentlich” auch gut – das Uneigentliche folgt in Folge (2).