Meine kleinen Aufzeichnungen der Fahrten über die Höhen Mallorcas sind hier zusammengestellt:
Nach den ersten drei sonnigen Tagen gabs am vierten Tag einen kleinen Sturm. Also richtig von Nordwest, so dass er voll in unsere Bucht wütete. Das waren übrigens die Vorboten des Schneefalls, der zuvor in Barcelona die Autobahnen lahm gelegt hatte.
Macht nix, dachten wir. Drei Tage Training, dann ein Tag Regeneration, soll man ja machen. Dumm nur, dass nach Regen und Sturm der Schneefall einsetzte. Die Temperaturen fielen entsprechend. Und eine Heizung kennt das Zimmer auf Mallorca zumindest in unserem kleinen Club nicht. Oder der Techniker kommentierte “no mas”. Das heißt wohl “mehr geht nicht” – blöder Typ bei den spanischen Dopern (AC, Pitti) geht immer noch was. Zumindest bin ich diesmal nicht von irgendwelchen Bettwanzen attackiert worden, die sind vermutlich erfroren.
Aber er genug der deutschen Nörgelei: Schöner funkelnagelneuer Asphalt von Caimari zur Tankstelle vor Kloster Lluc: Genussanstieg oder -abfahrt. Erkundung der Ermita bei Petra auf einsamer Straße – also demnächst vor der “tarta almendra y un cafe con leche” auf dem Marktplatz in Petra einen kleinen Abstecher zur Ermita Bonany, Entdeckung der südlichen Straßen bei Calvia und des Passes Galilea, Sa Calobra bei schönem Wetter – all das war schön und gut und wahrhaft.
Der Küstenklassiker blieb uns verwehrt: Bergrutsch zwischen Antratx und Estellencs, so dass auch für Radfahrer nichts ging. Aber der selbst entwickelte Geheimtipp bleibt bestehen: Mit dem Rad nach Sa Pobla, von dort mit dem stündlich fahrenden Zug nach Palma (2,40 Euro incl. Rad), über den Col de Creu nach Antratx auf den Küstenklassiker.
Und nach der Sichtung der Verhältnisse bei der Rückkehr nach Hamburg (Schneeregen bei 2 °C) sind die in Mallorca so übel nicht gewesen. Wir können uns umso mehr auf den Sommer freuen: wie bei der Ausfahrt am vergangenen Donnerstag (25.3.) bei 18 °C, mit kurzer Hose und Trikot und beinahe Eis in Ratzeburg, wenn die Schlange nicht wie im Club Pollentia bei ca. 80 m gelegen hätte.
Laut Lutzens Bericht aus der Sauna im Club: Fährt Normann Stadler an einem Hühnerhaufen von Radfahrern vorbei und meint “Fahrt mal in ordentlicher Zweierreihe”. Brüllen die Radkollegen zurück: “Halt die Klappe du Doper!” So auch ist Radtraining auf Mallorca – bunt und haufenmäßig und munter – und wo bekommt man das Zeug des Herrn Stadler?
Ganz vergessen übrigens: Die Anmeldung für den ÖTZI steht. Startplatz und Pension in Sölden sind sicher, jetzt gehts nur noch über 238 km und 5.500 Höhenmeter – aber nach Ludewigs Ratschlag “am Brenner nicht im Wind fahren” geht das vielleicht…

